Über den agrarfachlichen Tellerrand hinausgeschaut PDF Drucken E-Mail
Landjugend trifft sich mit oberfränkischer Bauernverbands-Führungsspitze

Am 28.07.2010 trafen sich die BJB, Bezirksverband Oberfranken und die Führungsspitze des BBV Oberfranken in der Hauptgeschäftsstelle des Bauernverbandes in Bamberg. Nach dem in der Vergangenheit rein agrarische Themen besprochen wurde, lag der Jungbauernschaft diesmal am Herzen, die Besonderheiten der nicht agrarischen Arbeit vorzustellen. Die reine Agrararbeit und deren Schwerpunkte, nahmen einen kleineren Teil der diesjährigen Besprechung ein.

Mädchen- und Frauenarbeit in der oberfränkischen Jungbauernschaft

Ein besonderer Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit der BJB in Oberfranken ist der Arbeitskreis Mädchen und Frauen. Hier widmen sich junge Menschen ganz besonders Themen junger Frauen und Mädchen auf dem Land, aber auch allgemein sozialen Themen. Im Jahr 2009 wurde zum Beispiel das Dialogmuseum in Frankfurt besucht. Dabei wird man durch nachgestellte alltägliche Lebenssituationen geführt, allerdings in vollkommener Finsternis. So ist es für den normal sehenden Menschen möglich, die Welt der blinden Mitbürger zu erkunden.

Weitere Schwerpunkte der Frauenarbeit sind die Ärzteversorgung und Schule im ländlichen Raum. Gerade in diesen Bereichen wurden erhebliche Schnittmengen des BBV mit der BJB festgestellt, so dass ein weiterer Meinungsaustausch auf Ebene des Arbeitskreises und der Landfrauenabteilung des BBV vereinbart wurde. Im nächsten Jahr werden sich die jungen Frauen und Mädchen mit der Fußball-WM der Frauen in Deutschland beschäftigen. Ein Besuch der Spiele der deutschen Mannschaft soll dabei den Höhepunkt bilden.

Arbeitskreis Volkstanz und Brauchtumspflege

Tradition und Trachten gehören zusammen. Damit diese Arbeit vorankommt, hat man auf oberfränkischer Ebene in der BJB einen Arbeitkreis Volkstanz und Brauchtumspflege eingerichtet. Neben Volkstanzkursen und Informationen über bodenständige Trachten und alles was damit zu tun hat, werden auch die Regeln für die Volkstanzwettbewerbe in Oberfranken und Bayern diskutiert und bei Bedarf geändert.

Für einige Landjugendgruppen stellt sich bereits seit einiger Zeit die Frage nach der Finanzierung neuer Trachten. Traditionell gefertigt, heißt nämlich auch, besondere Stoffe und Schnitte zu verwenden. Damit verbunden sind, wie man sich denken kann, erhebliche Kosten in der Anschaffung fertiger Trachten. Für Maßanfertigung der eigenen Tracht sind Nähkurse nötig, dafür ist ein erheblicher Zeitaufwand einzuplanen.

Horst Köhler erhält oberfränkische Erntekrone

Ein ganz besonderer Höhepunkt war im Oktober 2008 die Übergabe der Erntekrone an den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler sowie damit verbunden ein Volkstanzauftritt. Die anschließende Schirmherrschaft des Bundespräsidenten bei der „72- Stunden-Aktion- Wir fürs Land!“ bleibt allen Beteiligten noch lange in Erinnerung.

Landjugend Oberfranken weltweit

Oberfrankens Landjugend hat seit jeher den Ruf, reisefreudig zu sein. Neue Länder und Kontinente zu erkunden, war schon immer ein oberfränkisches Steckenpferd. Mit Russland und hier ganz besonders mit der Stadt und Region Pensa bestehen mittlerweile 20- jährige Beziehungen. Es finden mindestens zwei Begegnungen jedes Jahr statt. Die landwirtschaftliche Akademie Pensa ist dabei ein fester Bestandteil in der Reiseplanung.

Dazu kommt seit einigen Jahren auch der Austausch mit Japan. Die oberfränkische Landjugend ist fasziniert von deren Kultur und wahrscheinlich auch umgekehrt. Zum Besuch in Japan im letzten Jahr konnte die Reisegruppe Oberfrankens in Tracht an einem Umzug in der japanischen Stadt Tajimi teilnehmen. Auch fränkische Volkstänze kommen bei solchen Treffen regelmäßig zur Aufführung.

Nach längerer Pause ist eine Reise in die USA geplant. Erste Kontakte zu Partnern in Amerika wurden geknüpft, doch leider ist momentan eine Reise einfach nicht finanzierbar.

Jugend und Heimat im Arbeitskreis I

Im Arbeitskreis Jugend- und Gesellschaftspolitik  werden Themen Jugendlicher und junger Menschen auf dem Land aufgegriffen. Bereits beim Bezirkslandjugendtag 2009 hat man sich intensiv mit dem Thema Werte, speziell dem Wert Heimat auseinandergesetzt. Heimat kommt von der Aussprache „wo man sein Heu mäht“.

Junge Leute sind viel unterwegs. Damit verbunden sind Auto- oder Zweiradfahrten. Nicht zuletzt wegen der hohen Unfallgefahr hat sich der Arbeitskreis auf die Fahnen geschrieben, die Blutspendedienste zu unterstützten. Jeder selbst könnte einmal Gefahr laufen, eine Bluttransfusion zu brauchen. In der Gruppe spendet es sich nun einmal leichter und so wurde 2009 erstmals und 2010 erneut zum gemeinsamen Blutspenden aufgerufen.

Mehrere Gespräche gab es auch zum Thema Jugendschutz. Zusammen mit MdL Gudrun Brendel-Fischer machten sich VertreterInnen der oberfränkischen Bezirksvorstandschaft Gedanken, wie man mit dem Thema aus Sicht des Veranstalters, aber auch aus Sicht der jungen Menschen, der Sicht des jungen Kunden einer solchen Veranstaltung für beide Seiten vernünftig und fair umgehen kann.

Landwirtschaftliche Ausbildung und Föderalismus ?!

Zum Abschluss wurde selbstverständlich auch noch über landwirtschaftlich fachliche Themen diskutiert. Dem Agrarsprecher Christian Stake lag ganz besonders die landwirtschaftliche Ausbildung am Herzen. Bereits im Juni machte dazu die BJB im bildungspolitischen Ausschuss des BBV einen Vorstoß. Dabei ging es der Jungbauernschaft um die bundesweite Harmonisierung der Lehrpläne in der dreijährigen Ausbildung. Gerade vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl an Lehrlingen, die Fremdlehre in außerbayerischen Bundesländern erleben, muss es gelingen, hier eine bundesweite Abstimmung der Ausbildungsinhalte hinzubekommen. Von Seiten der Politik spielt Bildung quer durch alle Parteien die herausragende Rolle. Wenn`s dann aber zum Schwur kommt, scheitert es anscheinend an persönlichen Befindlichkeiten, vermutet die BJB.

Chancengleichheit in der landwirtschaftlichen Beratung!!

Auch die Beratung und deren Zukunft in Bayern standen auf der Tagesordnung. Die BJB mahnte hier Chancengleichheit für alle Organisationen an. Im Moment ist diese nicht gegeben, da die Förderung der Beratungseinrichtungen auf einige auserwählte zugeschnitten ist. Das ist nicht nur für die übrigen Organisationen von Nachteil, sondern auch für die gesamte Landwirtschaft in Bayern. So dauert es einfach zu lange, bis sich ein Markt bzw. eine Beratungskultur entwickelt. Im Produktionsfortschritt verliert die bayerische Landwirtschaft so an Boden. Die derzeitige Regelung schadet damit der bayerischen Landwirtschaft mehr, als das sie ihr nutzt.

Highlight: Kalendergirlparty am 30.10.2010 in Bayreuth

Zum Abschluss kam man noch auf den Höhepunkt des oberfränkischen Landjugendjahres zu sprechen, der Kalendergirlparty am 30.10.2010 in den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Bayreuth. Hier wird der neue Jungbauernkalender gefeiert. Neben vielen Ehrengästen freut man sich ganz besonders auf die exklusive Präsentation der Kalendergirl-Models.

Christian Stake und Martin Flohschütz