| Ist Erntedank noch zeitgemäß? |
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Die Arbeitsgemeinschaft der Landjugend besucht Bayreuther Tafel Unter dem Motto gemeinsam für den ländlichen Raum treffen sich die Landjugend-Bezirksverbände der drei Landjugend- Organisationen, Evangelsiche Landjugend, Katholische Landjugend, Landjugend-Bezirksverband Oberfranken (Bayerische Jungbauernschaft e.V.) mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV), um sich gegenseitig über ihre aktuellen Projekte und Vorhaben zu informieren. Ein weiterer Schwerpunkt des verbandsübergreifenden Treffens ist der Austausch zu einem bestimmten agrarfachlichen oder jugendpolitischen Thema. Bei diesem zweiten Jahrestreffen, zu dem die Landjugend Oberfranken eingeladen hatte, sollte der Frage „Ist Erntedank noch zeitgemäß?“ nachgegangen werden.
Der respektvolle Umgang mit Lebensmitteln ist für alle genannten Verbände ein wichtiger Aspekt. Die Landjugend Oberfranken hatte sich überlegt, den gegenseitigen Austausch durch den Besuch der Bayreuther Tafel e.V. zu bereichern. Am 24. November wurden die VerbandsvertreterInnen durch die Vorsitzende der Tafel, Frau Heinritzi- Martin, in den Räumlichkeiten der Tafel in der Justus- Liebig- Straße empfangen. Voller Begeisterung berichtete Frau Heinritzi- Martin aus ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Bayreuther Tafel e.V. Der Umzug der Tafel in die größeren Räumlichkeiten und die damit verbundenen besseren Konditionen für Anlieferung, Einkauf und das helfende Ehrenamt, waren Schwerpunkte ihres Berichts. Über 200 Kunden suchen die Tafel in Bayreuth wöchentlich auf. Neben Hartz IV-Empfängern, sind es vor allem Rentner und ArbeitnehmerInnen mit sehr geringem Einkommen, sogenannte Aufstocker, die die Lebensmittelausgabe für sich in Anspruch nehmen. Um sie zu versorgen, reichen die in Bayreuth und Umgebung von Metzgern, Bäckern, Rewe, Lidl, Edeka und Norma gespendeten Lebensmittel nicht aus. Regelmäßig fahren deshalb einige der 40 ehrenamtlich tätigen Fahrer ins Zentrallager nach Fürth. Zwischen sechs und acht Tonnen Lebensmittel werden an den beiden Ausgabetagen am Mittwoch und Samstag verteilt. Der Bayreuther Tafel Vorstand hat sich gegen die Ausgabe vorgepackter Lebensmitteltüten entschieden, war von Frau Heinritzi- Martin zu hören. Sie und ihre rund 80 ehrenamtlichen HelferInnen suchen lieber den Kontakt zu den Menschen. In Bayreuth wird nach einem rotierenden Farbenprinzip gearbeitet. Bei der Registrierung, aber auch bei der Auswahl von Backwaren, Gemüse, Milchprodukten oder Fleisch könne so viel individueller auf die Bedürfnisse eines jeden Einzelnen eingegangen werden. „Schließlich gibt es unter unseren Kunden auch Allergiker oder Vegetarier, die sonst mit dem Tütensystem alle gleich versorgt werden würden.“ Trotz individuellen Bedürfnissen versuchen die HelferInnen ohne Ausnahmeregelung auszukommen. Ihre langjährigen Erfahrungen machen dies möglich. Der Rundgang durch die Räumlichkeiten führte die Teilnehmer der ARGE auch in den Arbeitsbereich der Vorsortierung durch die ehrenamtlichen HerlferInnen. Das Prinzip der Tafel ist möglich, weil nicht alle Lebensmittel gleich weggeworfen werden. Ein Salat, der ein paar äußere braune Blätter hat, ist noch lange nicht ungenießbar, ein Jogurt zwei Tage nach dem Ablauf des Haltbarkeitsdatums noch nicht schlecht. „DasVerhältnis zu Lebensmitteln in unserer Gesellschaft hat sich verändert. “, macht Frau Heinritzi-Martin die Anwesenden auf das Problem im Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum aufmerksam. Dafür bekam sie die volle Zustimmung der Anwesenden. Weg von Instantprodukten, hin zu selbst zubereiteten Produkten ist die gemeinsame Vision. Zusammen mit Frau Heinritzi-Martin war man sich einig, dass viel Wissen rund um die richtige Zubereitung von Mahlzeiten und Speisen in den letzten Generationen verloren gegangen ist. Viele Menschen, darunter auch die Kunden der Tafel, wüßten nicht mehr, wie gewisse Obst- und Gemüsesorten richtig zu zubereiten wären. Die Tafelhelferinnen versuchen im Einkaufsgespräch Aufklärung zu leisten. In den Reihen der Landjugendorganisationen und des Bauernverbandes bieten Ernährungsfachfrauen Kochkurse an. Frauen der Ringe junger Landwirte nutzen Weiterbildungen und die Landjugend Oberfranken veranstaltet Kochwettbewerbe. Kleine, aber wirkungsvolle Beiträge, fasst Martin Baumgärtner, Sprecher des Arbeitskreises Agrar bei der Landjugend Oberfranken die Lösungsansätze zusammen. Man könne froh sein, dass es noch Organisationen gebe, die mit ihrem Tun die Ernte wert schätzen. Durch die Tafel-Organisationen wird ein weiterer Beitrag dazu geleistet, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden.
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